Eine Kampagne, des Internationalen Katholischen Missionswerks missio mit dem Evangelischen Missionswerk in Deutschland (EMW) und dem Deutschen Katholischen Missionsrat (DKMR)


  INFOS & DOSSIERS

Haiti: Zwischen Trauer und Aufbruch
Nach Schock über das verheerende Erdbeben nehmen Zukunftspläne langsam Gestalt an
Lebensmittelversorgung auf Haiti. Foto: Don Bosco Archiv.
[22.01.2010] PORT-AU-PRINCE Am Dienstag, den 12. Januar 2010 erschütterte ein schweres Erdbeben Haiti. Das Ausmaß der Zerstörungen ist verheerend. Unter den unzähligen Toten und Vermissten befinden sich Ordensleute und Mitarbeiter von Hilfswerken. Inzwischen sind viele Kommunikationskanäle und der Kontakt zu den Menschen vor Ort wieder hergestellt. Hilfe aus dem Ausland erreicht die Menschen auf der Insel inzwischen, es gibt traurige Gewissheit, aber auch ein Gefühl des Aufbruchs.

Misereor beklagt Tote, Verletzte und zerstörte Gebäude. Trotzdem funktioniert die Hilfe über die lokalen Strukturen immer besser. In Port-au-Prince wurden Bergungstrupps ausgerüstet. "Das Entscheidende ist jetzt, die Bevölkerung in die Hilfe mit einzubinden," erläutert Länderreferent Heinz Oelers. Mitarbeiter des Hilfswerks unterstützen Menschen die zerstörte Hauptstadt zu verlassen, um in weniger betroffene Regionen zu gelangen. Der Transport von Hilfsgütern läuft weiter über den Landweg nach Haiti. Weitere Maßnahmen werden von Mitarbeitern vor Ort geplant. Nähere Informationen und einen Spendenaufruf finden sie auf der Internetseite von Misereor.

Auch das Internationale Katholische Missionswerk missio mit Sitz in Aachen und München hat finanzielle Hilfe angekündigt. "Das verheerende Erdbeben fordert unsere tätige Solidarität", sagt missio-Präsident Prälat Klaus Krämer in Aachen. missio ruft zum Gebet für die Opfer der schrecklichen Katastrophe auf. Möglichkeiten sich näher zu informieren und zu spenden auf der Internetseite www.missio.de.

Das Missionsärztliches Institut Würzburg schickte zwei Mitarbeiter nach Haiti. Sie arbeiten in einem mobilen Feldkrankenhaus mit und begleiten eine Hilfslieferung, die unter anderem Decken, Zelte, Plastikplanen, Verbandsmaterial und Medikamente für etwas 10.000 Menschen enthält.
Auch werden inheimische Fachkräfte in die Benutzung des Labors der mobilen Klinik eingewiesen, die 30.000 Menschen versorgen kann. Eine detaillierte Berichterstattung gibt es auf der Internetseite des Missionsärztlichen Instituts Würzburg.

Das Hilfswerk Adveniat hilft den Opfern auf Haiti mit einem zusätzlichen Sonderfonds mit rund drei Millionen Euro. Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka fordert: "Die Haitianer selbst müssen die führende Rolle beim Wiederaufbau ihres Landes spielen. Wir wollen es den Haitianern überlassen, zu entscheiden, wo die Hilfe am notwendigsten ist." Für den Wiederaufbau müsse man den Haitianern Zeit lassen. Briefe aus Haiti, die von überlebenden Projektpartnern von Adveniat geschrieben wurden, sind von Adveniat zum Lesen freigegeben. Weitere Informationen und die Möglichkeit zu spenden finden sie auf der Internetseite des Hilfswerks.

Mit einem Nothilfepaket in einer Gesamthöhe von 100.000 Euro aus der gerade abgeschlossenen Sternsinger-Aktion hilft das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" den Opfern des schweren Erdbebens in Haiti. Mit den Spenden soll medizinische Hilfe sowie die Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln gewährleistet werden. Weitere Unterstützung der Partner in Haiti werde vom Kindermissionswerk geprüft. Bericht und Spendenaufruf der "Sternsinger sind abrufbar auf der Internetseite des Hilfswerks.

Nach Informationen der Missionsprokur der Salesianer Don Boscos in Bonn sind knapp 500 Schüler in der von der Ordensgemeinschaft unterhaltenen Schule, die eingestürzt war, ums Leben gekommen. Weitere Gebäude des Ordens in Port-au-Prince sind völlig zerstört. Pläne zum Wiederaufbau nehmen langsam Gestalt an. Salesianerpater Lephene berichtete von der ersten Hilfsgüterverteilung. "Angst und Verzweiflung hat uns in den letzten Tagen fest im Griff gehabt, aber wir haben unser Lächeln nicht verlernt. Auch das wollen wir den Leuten mitgeben." Ausführliche Berichterstattung und ein Spendenaufruf auf der Internetseite der Missionprokur des Ordens.

Nach Augenzeugenbericht des aus Haiti in die Dominikanische Republik zurückgekehrten Jesuitenpaters Mario Serrano SJ an die Jesuitenmission in Deutschland, sind die Schäden an Einrichtungen des Ordens in Haiti beträchtlich. Einige Mitbrüder seien verletzt, aber am Leben. In vier Sozialzentren sind die Jesuiten nun dabei, Hilfsgüter zu sammeln. Viele Freiwillige nehmen Lebensmittel und andere Güter in Empfang. Die Jesuitenmission berichtet auf ihrer Internetseite detailliert und bittet um Spenden, um den Menschen zu helfen und die Situation zu verbessern.

Die Redemptoristen zeigen sich bestürzt über das Ausmaß der Zerstörung. Zwar haben alle auf Haiti tätigen 48 Ordensbrüder überlebt, wie Provinzial Pater Boies den Redemptoristen in Deutschland mitteilte. Das Erdbeben traf jedoch die Einrichtungen in Port-au-Prince schwer: Kirche, Kloster und die Schule St-Gérard sind fast gänzlich zerstört. Die Schule begrub etwa 300 Schüler und Lehrer unter sich. Die drei Kommunitäten außerhalb von Port-au-Prince scheinen geringeren Schaden genommen zu haben. Neben aktuellen Berichten bitten auch die Redemptoristen auf Ihrer Internetseite um finanzielle Hilfe für Nothilfe und Wiederaufbau.

Auch in der deutschen Ordensprovinz der Kamillianer trafen Berichte der Mitbrüder aus Port-au-Prince ein: Die Gesundheitsstation und das Konventshaus der Kamillianer haben keinen allzu großen Schaden genommen. In der Gesundheitsstation werden jetzt die Erdbebenopfer versorgt; die Ordensbrüder tun, was sie können: Sie stehen den Menschen in ihren körperlichen Nöten bei und richten sich darauf ein, bald bei dem Wiederaufbau ihrer Existenz zu helfen. Nähere Informationen und eine Bitte um finanzielle Hilfe auf der Internetseite der Kamillianer.

Das Erdbeben auf Haiti hat auch die Don-Bosco-Schwestern, die mit etwa 80 Schwestern in 14 Gemeinschaften dort leben, schwer getroffen. Alle Schwestern haben überlebt, auch die Kinder, die den Schwestern anvertraut sind. Aber viele Einrichtungen sind schwer getroffen, teilweise total zerstört. Derzeit organisieren die Schwestern Hilfe für viele Familien. In Petion-Ville wurde ein Notlager für 3.500 Menschen errichtet und auch in Thorland finden etwa 7.000 Menschen eine vorübergehende Bleibe in einer Zeltstadt, so berichtet die Oberin der Gemeinschaft: "Mit den Menschen im Lager treffen wir uns zwei Mal am Tag zum Gebet. Das gibt ein wenig Trost in dieser so schrecklichen Situation." Ausführliche Berichte und einen Spendenaufruf finden Sie auf der Internetseite der Gemeinschaft

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