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50 Jahre DKMR

Glauben leben - Welt gestalten
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| P. Dr. H. Schalück, Präsident des Missionsrats (re) mit Ehrengästen beim 50. Jubiläum des DKMR: Kardinal Oskar Rodriguez Maradiaga aus Tegucigalpa/Honduras (Mitte) und Bambergs Erzbischof Professor Dr. Ludwig Schick (Dt. Bischofskonferenz). Bild: POW |
[15.09.2003]
Würzburg (DKMR/POW) Mit rund 200 Vertretern aller für die Weltmission tätigen katholischen deutschen Organisationen sowie mit Ehrengästen aus der Weltkirche hat der Deutsche Katholische Missionsrat (DKMR) am Freitag und Samstag, 12. und 13. September, in Würzburg sein 50-jähriges Bestehen gefeiert.
Im Namen der Deutschen Bischofskonferenz dankte Bambergs Erzbischof Professor Dr. Ludwig Schick dem Missionsrat in seinem Grußwort für seine wichtige und herausragende Arbeit in den vergangenen 50 Jahren. Der Missionsrat sei seinem Uranliegen gerecht geworden, alle Aktivitäten der in der Mission tätigen Organisationen und Gemeinschaften zu koordinieren. Weiter habe der Missionsrat den Gedanken der Mission lebendig gehalten und die missionarischen Gemeinschaften gefördert, damit diese ihren Missionsauftrag erfüllen könnten.
Heute seien Mission, Entwicklung und Frieden sehr globale Anliegen geworden, betonte Erzbischof Schick bei dem Pressegespräch im Exerzitienheim Himmelspforten. Künftig sei ein weltweiter Austausch unter den Ortskirchen über diese Anliegen wichtig, um sich so gegenseitig zu bereichern. "Mission, Entwicklung und Frieden sind heute mehr gefordert denn je. Der Missionsauftrag Jesu ist noch lange nicht erfüllt." Die Gemeinschaft mit Gott und untereinander bringe Frieden, Freiheit, Freude und Gerechtigkeit.
P. Hermann Schalück, Präsident des Missionsrats, sagte bei einem Pressegespräch am Rande des Jubiläums, deutsche Missionsarbeit werde künftig noch viel stärker Hilfe zur Selbsthilfe sein. Angesichts des drastischen Rückgangs der Zahl deutscher Missionsleute verdeutlichte Schalück, dass sich mit dem Missionsverständnis auch der personelle Einsatz in der Mission ändern werde. Wichtig sei heute, vor allem junge Menschen zeitweise mit anderen Ländern und Kulturen in Verbindung zu bringen, damit sie missionarische Aktivitäten anderer Länder kennen lernten. Hier gebe es ein neues Aufgabenfeld für die Missionsarbeit, dem in Zukunft mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden müsse.
Kardinal Oskar Rodriguez Maradiaga aus Honduras betonte, dass Mission aktueller denn je sei. Gleichzeitig forderte er zur Evangelisierung und zum Einsatz für soziale Gerechtigkeit auf.
Der Kardinal dankte der Kirche in Deutschland für alles, was sie in Lateinamerika leiste. "Die Kirche in Deutschland hat viel zur Evangelisierung, aber auch zur Entwicklung und sozialen Gerechtigkeit in Lateinamerika beigetragen." Evangelisierung ist nach seinen Worten vor allem die Weitergabe der Botschaft vom Leben. Für dieses Zeugnis hätten viele Missionare ihr Leben als Märtyrer gegeben. Dass Mission nichts Vergangenes, sondern hochaktuell sei, zeige die Situation in Lateinamerika. Dort träten Menschen an die Kirche heran mit der Bitte, etwas von Christus hören zu wollen.
Deutlich machte der Kardinal, dass zur Verkündigung des Evangeliums gleichzeitig der Einsatz für soziale Gerechtigkeit gehöre. Entschieden wandte sich Kardinal Rodriguez gegen den in Folge der Globalisierung von fundamentalistischen Sekten gepredigten Rückzug ins Private. Der christliche Glaube fordere immer die Gemeinschaft, unterstrich der Kardinal.
Den Abschluss des Jubiläums bildeten eine Eucharistiefeier und ein Jubiläumsempfang mit Kardinal Rodriguez am Samstagmittag in der Würzburger Augustinerkirche und im Klosterkreuzgang. Der Chor des Missionsärztlichen Instituts sorgte für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes. Festprediger Erzbischof Schick machte deutlich, dass eine Ortskirche immer dann das eigene Haus in Ordnung habe, wenn sie ihren Missionsauftrag in unmittelbarer Nähe und in der weiten Welt erfülle. Angesichts einer "Schwächeperiode" der Kirche in Deutschland mit Priestermangel, oft vermisster Freude am Glauben, Kirchenaustritten und fehlenden Finanzen sowie Uneinigkeit in den eigenen Reihen dürfe sich diese dennoch nicht ins eigene Haus zurückziehen. "Christus hat der Kirche nicht aufgetragen, sich zunächst sichere, bequeme Häuser zu bauen und dann in die Welt hinauszugehen." Er rufe vielmehr auf, Haus und Hof, Besitz und Familie zu verlassen, um in alle Welt hinauszugehen und den Menschen die Frohe Botschaft zu bringen.
Die Kirche forderte Erzbischof Schick auf, das Missionsanliegen und den Missionsauftrag zu erneuern, um wieder selbst "in Tritt" zu kommen. Durch die Mission werde die Kirche Deutschlands Freude am Glauben, Einheit, Friede, Aufbruch und Aufschwung erfahren. Mission und Evangelisation müssen nach den Worten des Erzbischofs immer drei Dimensionen des kirchlichen Lebens umfassen: Glauben verkünden, Gottesdienst feiern und die Gemeinschaft der Liebe fördern.
Dem Gottesdienst voraus ging ein Podiumsgespräch zum Thema "Glauben leben - Welt gestalten". Missionsratspräsident Schalück betonte, dass in Zukunft neue gemeinsame Aufgaben angegangen werden müssten. Er nannte beispielsweise den Kampf gegen Aids sowie den Einsatz für Entschuldung und für den Frieden. Weiter sei die Förderung des Austausches zwischen den Ortskirchen eine wichtige Aufgabe des Missionsrats.
Der ghanaischen Bischof Gabriel Charles Palmer-Buckle forderte in der Diskussion ein stärkeres politisches Engagement der Kirche in Afrika. Alle afrikanischen Bischöfe seien gleichzeitig Politiker, sagte Palmer-Buckle am Samstag. Er warnte vor einem Rückzug der Kirche in die Sakristei. Nach seiner Überzeugung können auch viele Impulse der Kirche in Afrika nach Deutschland gelangen. Dies gelte bis hin zu lebendigeren Gottesdiensten. Für Afrikaner bedeute Beten auch Singen und Tanzen: "Wir können die Europäer dazu bringen, nicht so steif in der Kirche zu stehen.
Der DKMR ist ein Zusammenschluss aller Einrichtungen und Organisationen der katholischen Kirche in Deutschland, die für die Weltmission tätig sind. Ihm gehören 27 Bistümer, 16 Päpstliche und Bischöfliche Werke für die Weltkirche sowie Missionsinstitute und 158 missionierende Ordensgemeinschaften an. Vor Beginn der Jubiläumsfeierlichkeiten hatte sich die Vollversammlung der Mitglieder mit der schwierigen Lage, die in vielen Ländern Afrikas und der Welt durch AIDS entstanden ist, mit der Situation der Kirche in China und mit den Chancen und Grenzen eines Dialogs zwischen Islam und Christentum beschäftigt. Darüber hinaus lag der Mitgliederversammlung der Entwurf eines neuen Leitbilds des Missionsrats zur Diskussion vor. Ein solches Leitbild sei in Hinblick auf notwendige Weichenstellungen für die Zukunft ein sinnvolles Instrument, so Missionsratspräsident Schalück. Die Sorge für die Zukunft der Mission sei die Sorge für die Kirche selbst.
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| Die Augustinerkirche in Würzburg. |
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